Auch in diesem Jahr lud die Stadt Homburg rund um den Tag der Arbeit zum traditionellen Betriebsräteempfang ein. Oberbürgermeister Michael Forster begrüßte am 30. April zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Personal- und Betriebsräte aus Homburger Unternehmen im Restaurant Vin!oh, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven der Arbeitswelt in der Kreis- und Universitätsstadt auszutauschen.
Der Einladung folgten viele Mitglieder der Arbeitnehmervertretungen, sodass sich eine lebhafte und offene Diskussion entwickelte. Neben Wortmeldungen vor der gesamten Runde bot auch das gemeinsame Mittagessen Raum für persönliche Gespräche und intensiven Austausch. Ebenfalls anwesend waren Landrat Frank John, Bürgermeister Manfred Rippel, Hauptamtsleiterin Kerstin Puchner, Wirtschaftsförderin Dagmar Pfeiffer sowie ein Vertreter des Personalrats der Stadt.
In seiner Begrüßung betonte OB Forster die Bedeutung des direkten Dialogs: „Der Stellenabbau in den Unternehmen wirkt sich auch auf den Mittelstand aus - Stichwort Kaufkraftverlust. Deshalb müssen wir als Stadt unterstützen, wo wir können, damit Homburg zukunftsfähig bleibt und eine positive Entwicklung nimmt.“ Zugleich machte der OB deutlich, dass die wirtschaftliche Lage auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima hat: „Ein Stellenabbau wirkt sich immer auch auf die Stimmung der Bevölkerung aus.“
Er unterstrich, dass die Stadt bei der Entwicklung neuer Industriegebiete auf eine gesunde und langfristig tragfähige Mischung von Unternehmen setze und dabei auch die Interessen des Landes aktiv einbringe: „Wir tun alles dafür, um eine entsprechende positive Entwicklung zu nehmen.“
Die Möglichkeiten der Kommune seien begrenzt, dennoch sei gemeinsames Handeln entscheidend: „Wir können die Weltwirtschaft nicht beeinflussen, aber wir müssen zusammenarbeiten, die Fragen der Menschen ernst nehmen und uns damit beschäftigen. Sie alle nehmen wichtige Positionen in den Betrieben ein – und nur gemeinsam können wir etwas erreichen“, richtete er den Appell an die anwesenden Gäste der Personal- und Betriebsräte. Der Oberbürgermeister dankte ihnen ausdrücklich für ihr tägliches Engagement: Die Beschäftigten seien das wertvollste Gut eines Unternehmens. Sowohl Betriebsleitungen als auch Arbeitnehmervertretungen trügen maßgeblich dazu bei, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf seine regelmäßigen Betriebsbesuche, die ihm einen direkten Einblick in die Situation vor Ort und den Austausch mit den Unternehmensleitungen ermöglichen.
Angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen betonte Forster zudem die Rolle der Kommunen: „Die Menschen erwarten zu Recht, dass die grundlegenden Dinge funktionieren. Deshalb ist es unsere Aufgabe, zunächst die Basis – etwa die Infrastruktur – in Ordnung zu halten und weiter zu verbessern, um Vertrauen zu sichern.“ Themen wie Sicherheit, Sauberkeit und Verlässlichkeit würden verstärkt an die Stadtverwaltung herangetragen. „Diese Botschaften nehmen wir ernst – wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen und Perspektiven bieten.“
Landrat Frank John schloss sich diesen Aussagen an und hob hervor, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit seien. Es brauche ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dienstleistungen und industriellem Kern sowie die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten zusammenzustehen. Ziel müsse es sein, dass Betriebe und Beschäftigte wieder langfristiger planen können.
Auch Vertreter der Gewerkschaften und Betriebsräte brachten ihre Perspektiven ein. Salvatore Vicari (IG Metall) betonte die Bedeutung der Region der kurzen Wege und stellte den Menschen stärker in den Mittelpunkt: Der wirtschaftliche Wandel – etwa in Richtung Elektromobilität und neuer Technologien – müsse gemeinsam gestaltet werden.
In den Wortmeldungen der Betriebsräte zeigte sich ein einheitliches Bild: Viele Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen, Zukunftsängsten und Transformationsprozessen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Arbeitnehmervertretungen in den vergangenen Jahren wichtige Erfolge erzielen konnten.
Beispielhaft wurden Entwicklungen in großen Homburger Unternehmen angesprochen. So berichteten Vertreter, dass es gelungen sei, Standorte zu sichern und Perspektiven für Beschäftigte zu schaffen – gleichzeitig bleibe die Gewinnung von Nachwuchskräften eine zentrale Aufgabe. Auch aus anderen Branchen wurden wirtschaftliche Veränderungen geschildert, etwa ein verändertes Konsumverhalten und steigender Druck auf Märkte.
Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen zog sich ein gemeinsames Fazit durch die Veranstaltung: Der Austausch ist wichtiger denn je. Hier bot der Betriebsräteempfang eine Plattform für offenen Dialog, gegenseitiges Verständnis und die gemeinsame Suche nach Lösungswegen für die Arbeitswelt von morgen. Oberbürgermeister Forster bekräftigte, dass die Stadt jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung stehe: „Wir werden die Themen gemeinsam mit Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräten angehen, um Homburg zukunftsfähig zu gestalten.“
Oberbürgermeister Michael Forster (r.) begrüßte die Arbeitnehmervertreter/innen zum Betriebsräteempfang.
Beim gemeinsamen Essen gab es die Möglichkeit, sich vor allen Anwesenden zu Wort zu melden. Zusätzlich ergaben sich viele persönliche Gespräche und Raum für den Austausch untereinander und mit der Stadtspitze. Hier zu sehen bei seinem Bericht: Salvatore Vicari von der IG Metall.