Mit dem entstehenden Palliativzentrum „Schmetterling“ erhält Homburg eine Einrichtung von besonderer Bedeutung für die gesamte Region. Mit einem Festakt und dem symbolischen Einmauern einer Zeitkapsel wurde nun auf dem Gelände des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) die Grundsteinlegung gefeiert. Dabei informierten die Projektverantwortlichen über den aktuellen Baufortschritt des altersübergreifenden Hospizzentrums, das Ende 2027 eröffnet werden soll. Oberbürgermeister Michael Forster nahm gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Rippel sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Stadt- und Ortsrat an der Veranstaltung teil.
„Mit dem Palliativzentrum Schmetterling entsteht in Homburg weit mehr als ein neues Gebäude. Hier wächst ein Ort, an dem Menschen in schwierigen Lebenssituationen Geborgenheit, Begleitung und menschliche Nähe erfahren können. Das Projekt steht beispielhaft für das starke Miteinander von Medizin, Ehrenamt, Politik und Gesellschaft und zeigt, was möglich wird, wenn viele Menschen über Jahre hinweg an eine gemeinsame Idee glauben“, betonte Oberbürgermeister Michael Forster am Rande der Veranstaltung.
Zu den Gästen des Festakts zählten unter anderem Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Innenminister Reinhold Jost, der Ärztliche Direktor des UKS, Prof. Dr. Michael Zemlin, Fußball-Europameister Stefan Kuntz als Schirmherr des Projekts sowie zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer aus Politik, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Ehrenamt. Auch die beteiligten Planungs- und Baufirmen nahmen teil.
Begrüßt wurden die Gäste von Wilfried Bohn, Vorsitzender des Fördervereins für altersübergreifende Palliativmedizin e. V., der die außergewöhnliche Gemeinschaftsleistung hervorhob, die hinter dem Vorhaben steht. Sein Dank galt den zahlreichen Beteiligten, Sponsoren, Planern, ausführenden Unternehmen und Unterstützern, die das Projekt in den vergangenen Jahren begleitet und vorangetrieben haben.
Die Geschichte des Palliativzentrums reicht bis ins Jahr 2009 zurück, wie Prof. Sven Gottschling, Leiter des Zentrums für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes, erklärte. Damals entstand bei einem Spaziergang durch das Waldgebiet am Rand des UKS-Geländes die erste Idee, der Standort verinnerliche ideale Voraussetzungen: ruhig und naturnah gelegen, zugleich jedoch in unmittelbarer Nähe zur medizinischen Infrastruktur des Klinikums. Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung rückt die Verwirklichung der Vision nun in greifbare Nähe.
„Für mich ist das ein ganz großer Tag, weil wir unserem Ziel einer vollständig alters- und sektorenübergreifenden Versorgung von Menschen jeden Alters mit lebenslimitierenden Erkrankungen mit großen Schritten näherkommen“, erklärte Prof. Gottschling. Hospiz- und Palliativversorgung bedeute das Versprechen, Menschen und ihre Angehörigen auch dann nicht allein zu lassen, wenn eine heilende Behandlung nicht mehr möglich sei, so der Ideengeber des Projekts.
Auf einem rund 12.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht derzeit ein Gebäude mit etwa 3.200 Quadratmetern Nutzfläche. Dort werden künftig ein Hospiz für Erwachsene mit 16 Plätzen sowie ein Kinderhospiz mit acht Plätzen untergebracht sein. Ergänzt wird das Angebot durch Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeiten für Angehörige. Insgesamt fließen rund 13 Millionen Euro in das Bauvorhaben, das bei Eröffnung das größte Hospiz in Deutschland sein werde. Gleichzeitig gilt es bundesweit als außergewöhnliches Projekt, da hier Kinder- und Erwachsenenhospizarbeit unter einem Dach vereint werden.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger würdigte das Projekt als Ausdruck gelebter Solidarität und Mitmenschlichkeit. Es sei ein wichtiges gesellschaftliches Versprechen, dass niemand in den schwersten Stunden seines Lebens allein gelassen werde. Das Zentrum schaffe einen Ort, an dem medizinische Kompetenz, gesellschaftliche Verantwortung und menschliche Zuwendung zusammenkämen.
Cathrin Muell vom Bundesverband Kinderhospiz e. V. machte bei der Gelegenheit auf den bundesweiten Kinder-Lebens-Lauf aufmerksam. Die sogenannte Engels-Fackel, die seit April durch Deutschland und erstmals auch durch Luxemburg, Österreich und die Schweiz getragen wird, macht auf die Belange von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen aufmerksam. Im Rahmen der Veranstaltung übergab Muell die Fackel an Rüdiger Schneidewind, Geschäftsführer der HoPa (Hospiz- und Palliativversorgung) Saar-Pfalz gGmbH.
Einen besonderen Akzent setzten die Kinder der benachbarten AWO-Kindertagesstätte. Sie hatten Bilder gestaltet, auf denen sie ihre Wünsche für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Hospizzentrums festhielten: Familie und Freunde an der Seite, viele Kuschelfreunde, Liebe und Harmonie sowie liebe Ärzte, Pfleger und weitere Begleiter an ihrer Seite, die schöne Momente bescheren. Gemeinsam mit weiteren Zeitdokumenten wurden die Bilder in eine Zeitkapsel gelegt, die anschließend von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger verschlossen und im Beisein der Stadtspitze eingemauert wurde.
Auch die enge Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement, den Projektträgern, dem UKS und der Stadt Homburg wurde mehrfach hervorgehoben. Für Oberbürgermeister Michael Forster unterstreicht das Vorhaben die besondere Bedeutung Homburgs als Gesundheits- und Wissenschaftsstandort: „Mit dem Palliativzentrum Schmetterling gewinnt unsere Stadt eine Einrichtung mit Strahlkraft weit über die Region hinaus. Sie wird Menschen jeden Alters zugutekommen und zugleich ein sichtbares Zeichen dafür setzen, dass Menschlichkeit und Fürsorge einen festen Platz in unserer Gesellschaft haben“, so der OB im Nachgang der Veranstaltung.
Die Veranstaltung bot den passenden Rahmen, sich auf Stadt- und Landesebene auszutauschen, v. l. n. r.: Bürgermeister Manfred Rippel, der Minister für Inneres, Bauen und Sport, Reinhold Jost, Oberbürgermeister Michael Forster und Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.