Der Lions-Clubs Homburg hat gleich zu Beginn des neuen Jahres für strahlende Gesichter im Childhood-Haus-Saarland auf dem Gelände des Universitätsklinikums (UKS) gegenüber der Frauen- und Kinderklinik gesorgt. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern überreichte Club-Präsident Dr. Dominik Schöne am Mittwoch, 14. Januar, eine Spende von 1.000 Euro. Diese nahm Prof. Dr. Eva Möhler, die Ärztliche Leiterin des Childhood-Hauses und Direktorin der Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik & Psychotherapie am UKS entgegen.
Von Seiten der Stadtverwaltung nahm die ehrenamtliche Beigeordnete für Jugend, Nachhaltigkeit und Tierschutz, Nathalie Kroj, an der Spendenübergabe teil, um auf die Bedeutung des einzigen saarländischen Childhood-Hauses hinzuweisen und auch darauf aufmerksam zu machen, dass diese besondere Einrichtung auf Spenden wie die des Lions Club angewiesen ist.
„Diese Spendenübergabe ist in doppelter Hinsicht ein Glücksfall für die Stadt Homburg, da es um das gemeinnützige Engagement eines Homburger Vereins für eine örtliche Einrichtung geht. Auch wenn man keinem Kind wünscht, dass es je die Möglichkeiten des Childhood-Hauses in Anspruch nehmen muss, ist es enorm wichtig, dass diese Möglichkeit für Kinder aus dem ganzen Saarland besteht. Homburg ist stolz darauf, mit dem UKS einen Standort der medizinischen Vollversorgung zu bieten, welcher mit dem Childhood-Haus um eine gewichtige Komponente im Kinderschutz erweitert wurde. Ein großer Dank gilt dem Lions Club, der mit dieser Spende unmittelbar ein Zeichen für den Schutz der Kleinsten setzt“, betonte Nathalie Kroj. Club-Präsident Dr. Schöne wies darauf hin, wie wichtig es dem Club sei, neben dem Engagement für internationale Projekte gerade auch Einrichtungen in Homburg und der Region unterstützen zu können.
Direktorin Prof. Dr. Eva Möhler erläuterte mit ihren Kolleginnen die vielfältigen Aufgaben, die das Childhood-Haus als geschützter Raum übernehmen kann. So werden von sexualisierter oder körperlicher Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche von der medizinischen Untersuchung über die Befragung durch die Polizei bis zur weiteren Unterbringung interdisziplinär betreut. Dies geht bis zur Videoschaltung bei Gerichtsprozessen, die vom Childhood-Haus erfolgen kann. Diese stelle einen großen Vorteil dar, so die Ärztliche Direktorin, da traumatisierte Kinder durch Prozesse oft schlimme Rückschläge erleben würden.
Die Spende des Lions Club werde konkret zur Anschaffung von Skills eingesetzt, so Prof. Dr. Möhler, die die Kinder und Jugendlichen während ihrer Befragungen und Behandlungen nutzen könnten, um sich zu beruhigen oder „runter zu kommen“. Dabei handelt es sich um Massagebälle, Figuren oder Puppen zum Drücken, bestimmte Spiele oder auch Kühlelemente, da sich gezeigt habe, dass gerade mit Kälte gute Erfolge erzielt würden.
Wie wichtig eine gute Therapie bzw. Betreuung sei, machte Prof. Dr. Möhler den Mitgliedern des Lions Club und der Beigeordneten auch anhand einer Studie deutlich, denn es sei erwiesen, dass schlecht oder nicht behandelte Betroffene von sexualisierter oder körperlicher Gewalt ihr ganzes Leben lang einen deutlichen höheren Grad an schwerwiegenden Erkrankungen aufwiesen.
Das Childhood-Haus Saarland/Johanniter Kinderschutzkompetenzzentrum ist eine ambulante Einrichtung für Kinder und Jugendliche aus dem Saarland, die von sexualisierter oder körperlicher Gewalt betroffen wurden oder bei denen ein solcher Verdacht besteht. Um Betroffene optimal zu versorgen und die Klärungsprozesse altersgerecht und traumasensibel zu gestalten, arbeiten die verschiedenen Professionen interdisziplinär unter einem Dach zusammen. Die Kinder und Jugendlichen werden in einem geschützten Rahmen von speziell geschultem Fachpersonal untersucht, befragt und beraten.
Das Childhood-Haus Saarland richtet sich auch an betroffene Kinder und Jugendliche, bei denen ein Ermittlungsverfahren angestrebt wird oder bereits eingeleitet wurde. Dafür werden medizinische, forensische und psychiatrisch-psychotherapeutische Untersuchungen zur weiteren Klärung und Dokumentation koordiniert sowie Beratungen und Hilfen initiiert. Zusammen mit der Kindertrauma-Ambulanz sowie den verschiedenen Institutionen wie Jugendamt, Polizei und Justiz können so alle notwendigen Schritte einer rechtlichen Klärung in einem geschützten und kinderfreundlichen Umfeld erfolgen.
Club-Präsident Dr. Dominik Schöne übergab gemeinsam mit der Beigeordneten Nathalie Kroj die Spende für das Childhood-Haus an Prof. Dr. Eva Möhler, die Ärztliche Leiterin des Childhood-Hauses und Klinikdirektorin.
Mit dabei waren: Prof. Dr. Thomas Möhler vom Lions Club, Bianca Ecker vom Childhood-Haus, Dr. Dominik Schöne, Nathalie Kroj, Dorothea Groß vom Lions Club, Prof. Dr. Eva Möhler und Susi Flieger vom Lions Club (v. l. n. r.).
Foto: Jürgen Kruthoff/Stadtverwaltung
