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Lange Nacht der Demokratie machte Mut und weckte den Wunsch auf Wiederholung

Das Bündnis für Demokratie und Vielfalt hat zur „Langen Nacht der Demokratie“ ein Zeichen der Verständigung und der Toleranz gesetzt. Landrat Frank John, der auch Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung ist, eröffnete die Veranstaltung auf der Bühne auf dem Homburger Marktplatz mit einem Grußwort und machte deutlich, wie wichtig ihm das Thema Demokratie sei.

 

Bürgermeister Manfred Rippel dankte an gleicher Stelle den Veranstaltern für deren Einsatz und sprach ihnen seine Glückwünsche zum gelungenen Auftakt aus. Gleichzeitig betonte er am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit, wie wichtig der Einsatz für die Demokratie auch angesichts des Erstarkens zahlreicher Autokraten sei. Er konnte nach einem Vortrag über die Rolle der Frauen während der Entwicklung der Demokratie einen symbolischen Baum von den Referentinnen Christine Maurer (Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“) und Karina Kloos (Stadtarchiv) entgegennehmen. Die Schirmherrschaft hatte Staatssekretär David Lindemann von der saarländischen Staatskanzlei übernommen.

 

Zu Beginn wurde das Bündnis für Demokratie und Vielfalt von den beiden jungen Mitwirkenden Steven Kölsch und Suginthan Markandu vorgestellt. Sie beschrieben auch, was ein solches Bündnis zusammenhält. „Wir sind uns längst nicht in allem einig. Das gehört zur Demokratie auch dazu, das müssen wir auch gar nicht sein“, sagte Kölsch. Obgleich es an diesem Nachmittag bis in den Abend hinein viele hörenswerte Vorträge und musikalische Einlagen gab, beeindruckte aufgrund der brisanten aktuellen Lage besonders der Redebeitrag von Dr. Violetta Frys. Sie ist die Europaabgeordnete des Saarpfalz-Kreises und als in Polen aufgewachsene Europäerin sensibilisiert für die derzeitige Lage in Osteuropa. Mit Blick auf ihre persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen spannte sie einen interessanten Bogen von den ersten Streiks der Gewerkschaft Solidarnosc von 1980 in Danzig zu den friedlichen Demonstrationen in Leipzig 1989.

 

Zum umfangreichen Programm der „Langen Nacht der Demokratie“ gehörten bis in den späten Abend hinein auf der Bühne vielfältige Beiträge zum Zuhören und Mitmachen. Geboten wurden junge Stimmen, Musik, Chöre, Lesungen, Poetry Slam ebenso wie politische und historische Beiträge. Auch Erfahrungen einer Gewerkschaft und des größten Arbeitgebers in Homburg, dem UKS, das Beschäftigte aus mehr als 70 Nationen zählt, kamen zur Sprache. So stellte sich die seit dem 1. Oktober amtierende Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des UKS, Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt, einem ausführlichen Interview.

 

Parallel dazu wurde im Café 1680 eine Vielfalt an Informationsmaterial und Büchern ausgestellt. Ebenso konnten Besucherinnen und Besucher dort mit jungen Menschen aus verschiedenen Organisationen ins Gespräch kommen und sich mit diversen Mitmachangeboten beschäftigen. Bemerkenswert war die Wanderausstellung des Adolf-Bender-Zentrums zum Thema Rassismus und Migration.

 

Ein Fazit des Bündnisses für Demokratie und Vielfalt als Veranstalter lautete, dass der Abend gezeigte habe, wie wichtig Gespräche und die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen seien und nur durch Vielfalt und Toleranz die Chance auf Frieden bestehe. Dabei habe die Veranstaltung Mut gemacht und den Wunsch auf Wiederholung geweckt.

Bürgermeister Manfred Rippel nimmt einen symbolischen Baum von Christine Maurer (r.) und Karina Kloos entgegen.

Der Mitorganisator und Moderator der Veranstaltung Nobert Kuhn interviewt die Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des UKS, Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt.

Dr.  Violetta Frys, die Europabeauftragte des Saarpfalz-Kreises, hielt einen beeindruckenden Vortrag über den Einsatz für die Freiheit, bei dem sie auch ihre Erlebnisse als Kind und Jugendliche in Polen einbezog.  

Den Auftakt der Veranstaltung machte Landrat Frank John (l.), hier mit Moderator Norbert Kuhn auf der Bühne auf dem Marktplatz.

Die Trommelgruppe sorgte zwischen einigen Vorträge für einen passenden Rhythmus.

Die Mitwirkenden des Bündnisses für Demokratie und Vielfalt, Suginthan Markandu (l.) und Steven Kölsch stellten zu Beginn der Langen Nacht der Demokratie das Bündnis als Veranstalter näher vor.

  Veröffentlicht am: 13.10.2026 | Drucken