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„Ideen können Bäume werden“: Homburger Bürger stärken Städtepartnerschaft mit Ilmenau

Freundschaften pflegen, neue Kontakte knüpfen und gemeinsam etwas bewegen: Unter diesem Leitgedanken stand der Bürgeraustausch einer zehnköpfigen Homburger Gruppe in der thüringischen Partnerstadt Ilmenau. Vom 3. bis 6. Oktober nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Städtepartnerschaft im Zeichen des Tags der Deutschen Einheit mit Leben zu füllen. Neben kulturellen Begegnungen und Einblicken in die Geschichte der Region stand insbesondere eine gemeinsame Baumpflanzaktion zur Unterstützung der Wiederaufforstung im Thüringer Wald auf dem Programm.

 

Die Verbindung zwischen Homburg und Ilmenau reicht in ihren Ursprüngen bis in die Zeit vor der deutschen Wiedervereinigung zurück. Aus privaten Kontakten entwickelte sich eine Städtepartnerschaft, die seither aktiv gepflegt wird. Der Besuch im Oktober knüpfte an diese Tradition an und zeigte, wie wichtig direkte Begegnungen für gegenseitiges Verständnis und ein lebendiges Miteinander sind.

 

Bereits auf der Hinfahrt legte die Gruppe einen Zwischenstopp in Eisenach ein. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich Gelegenheit, die Wartburg sowie das kulturelle Erbe der Stadt rund um Johann Sebastian Bach und Martin Luther kennenzulernen. In Ilmenau wurde die Homburger Delegation von Bürgermeisterin Beate Misch, der für die Organisation Verantwortlichen Katarina Griesbach, Ilmenauer Kulturschaffenden sowie weiteren Gastgebern, darunter Mitglieder des Seniorenbeirats, herzlich empfangen. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Thüringer Spezialitäten in der Traditionsgaststätte „Zur Post“ stand zunächst das persönliche Kennenlernen im Mittelpunkt.

 

Der folgende Tag führte die Besucherinnen und Besucher auf die Spuren Johann Wolfgang von Goethes und zu besonderen Stationen der Ilmenauer Kulturgeschichte. In Stützerbach erhielt die Gruppe bei einer Führung mit Martin Strauch Einblicke in die Arbeit des Goethevereins und dessen museale Sammlung. Eine Ausstellung in der Kulturscheune widmete sich zudem der traditionellen Spielzeugherstellung und kreativem Kunsthandwerk. Die von den Designerinnen Heide Bürmann und Doris Lachnitt gestalteten Arbeiten, darunter gefilzte Tiere und Spielobjekte aus farbigem Kunstleder, weckten Erinnerungen an kindliche Fantasiewelten.

 

Auch das GoetheStadtMuseum bot vielfältige Einblicke in die Geschichte der Region und Goethes Wirken. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Laborglasausstellung, bei dem Dr. Karl-Heinz Schmidt die Gäste durch die Sammlung mit mehr als 1.500 Exponaten führte. Dabei wurde die Bedeutung der Ilmenauer Glasindustrie für Forschung, industrielle Entwicklung und technische Innovation deutlich – von der Herstellung anspruchsvoller Glasprodukte bis hin zur Glasfasertechnologie. Zugleich erfuhr die Gruppe mehr über die Geschichte der Glas- und Porzellanindustrie und die Veränderungen, die dieser bedeutende Wirtschaftszweig im Laufe der Zeit durchlaufen hat.

 

Den praktischen Höhepunkt des Austauschs bildete die gemeinsame Pflanzaktion bei Unterpörlitz. Angesichts der erheblichen Waldschäden, die unter anderem durch Trockenheit, Unwetter und Borkenkäferbefall entstanden sind, war bei einem früheren Besuch die Idee gereift, die Partnerstadt bei der Wiederaufforstung zu unterstützen.

 

„Ideen sind wie Samen oder kleine Pflänzchen. Man muss sie pflanzen, pflegen, geduldig sein und manchmal auch sehr hartnäckig nachhelfen. So können wunderbare Bäume mit festen Wurzeln und breit ausladenden Zweigen werden“, erklärte Simone Lukas, die ehrenamtliche Betreuerin der Städtepartnerschaften Homburgs mit Ilmenau und La Baule.

 

Die Stadt Ilmenau nutzte die gemeinsame Aktion zugleich, um ihre Tradition fortzuführen, an diesem Ort einen Baum zu pflanzen. So wurde auch eine Zitterpappel des Ilmenauer Stadtrats in die Erde gesetzt. Darüber hinaus stellte die Stadt Homburg 200 Lärchenstecklinge zur Verfügung, weitere Stecklinge und Nüsse brachten die Homburger Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst mit. Gemeinsam mit Ilmenauer Bürgerinnen und Bürgern pflanzten sie das mitgebrachte Material bei bestem Wetter ein.

 

„Die Aktion verdeutlichte, dass Städtepartnerschaft weit über offizielle Begegnungen hinausgehen kann. Sie schafft Möglichkeiten, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und einen konkreten Beitrag für kommende Generationen zu leisten. Gerade junge Menschen können bei solchen Projekten erfahren, wie Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit praktisch zusammenwirken“, freute sich Simone Lukas über das verbindende Erlebnis.

 

Auch die Landschaft des Thüringer Waldes kam nicht zu kurz. Bei einer Wanderung mit Blick vom Kickelhahn, dessen Aussichtsturm und Goethehäuschen an die literarische Tradition der Region erinnern, konnten die Gäste die besondere Umgebung erleben. Darüber hinaus erhielt die Gruppe Einblicke in einen ehemaligen Stollen, der zur Feldspatgewinnung genutzt wurde.

 

Bei einem abschließenden gemeinsamen Treffen kamen die Homburger und ihre Ilmenauer Gastgeber noch einmal in größerer Runde zusammen. Die Gespräche, neuen Bekanntschaften und gegenseitigen Einladungen machten deutlich, dass der Austausch über die einzelnen Programmpunkte hinauswirkte. Auf der Rückfahrt bot schließlich Erfurt mit seinem Dom, der Zitadelle und der historischen Altstadt Gelegenheit zu weiteren kulturellen Eindrücken.

 

 

 

 

 

  Veröffentlicht am: 12.10.2026 | Drucken