Große Bühne für exzellente Forschung und eine Premiere in der Geschichte der Auszeichnung: Mit der Verleihung des 24. Wissenschaftspreises der Kreis- und Universitätsstadt Homburg wurde am Montagabend die 63. Homburger Hochschulwoche feierlich eröffnet. Erstmals seit Bestehen des Preises wurde die Ehrung dabei in zwei aufeinanderfolgenden Jahren vorgenommen. Der Hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler überreichte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung an Dr. Nadia Alawar, deren Forschungsarbeit neue Perspektiven für die Krebsbekämpfung eröffnet.
Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Medizin, Politik und Gesellschaft waren der Einladung der Stadt Homburg, der Volkshochschule Homburg und der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes gefolgt. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS), Mitglieder des Stadtrates sowie Gäste aus Forschung und Lehre.
In seiner Begrüßung hob der Beigeordnete Philipp Scheidweiler die besondere Bedeutung des diesjährigen Wissenschaftspreises hervor: „Mit dem Stadtratsbeschluss, den Wissenschaftspreis nun jährlich zu verleihen, haben wir als Stadt Homburg ein deutliches Signal gesetzt. So betonen wir stärker noch als bisher unsere Verbundenheit mit dem UKS und zeigen unsere Wertschätzung für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, die an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes erbracht werden.“ Die jährliche Vergabe des Wissenschaftspreises unterstreiche die Bedeutung Homburgs als Standort für medizinische Forschung und fördere die Sichtbarkeit exzellenter wissenschaftlicher Arbeiten.
Zugleich würdigte er die Arbeit des Kuratoriums unter Vorsitz von Prof. Dr. Markus Hoth. Dieses hatte aus insgesamt neun eingereichten Arbeiten die Preisträgerin ausgewählt. Der Beigeordnete verwies dabei auf die hohe Qualität aller Bewerbungen und dankte den Mitgliedern des Gremiums für ihre sachkundige und verantwortungsvolle Arbeit.
Die diesjährige Preisträgerin Dr. Nadia Alawar stammt aus dem Libanon und kam im Alter von 21 Jahren nach Homburg, um an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes ihre wissenschaftliche Laufbahn fortzusetzen. Nach Studienabschlüssen in Lebenswissenschaften und Molekularbiologie an der Libanesischen Universität in Beirut promovierte sie von 2020 bis 2024 im Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes. Für ihre Dissertation wurde sie mit der Bestnote „summa cum laude“ ausgezeichnet. Heute setzt sie ihre Forschung als Postdoktorandin an der Medizinischen Fakultät in Homburg fort.
In ihrer Dankesrede schilderte Dr. Alawar ihre enge Verbindung zur Stadt Homburg und zur Universität. „Meine Promotion habe ich letztes Jahr abgeschlossen, aber meine Verbindung zu Homburg nicht. Denn hier habe ich nicht nur einen wunderbaren Ort für Forschung gefunden, sondern auch ein Stück Heimat und ein sehr herzliches Umfeld“, sagte die Preisträgerin. Ihr besonderer Dank galt ihren wissenschaftlichen Wegbegleitern, Kolleginnen und Kollegen sowie ihrer Familie.
Der Leiter des Kuratoriums, Prof. Dr. Markus Hoth, stellte die ausgezeichnete Forschungsarbeit vor, die zugleich die Promotionsarbeit von Dr. Nadia Alawar war. Anschaulich erläuterte er, wie das menschliche Immunsystem Krebszellen bekämpft und welche neuen Erkenntnisse die Wissenschaftlerin gemeinsam mit ihrem Team gewonnen hat. Dr. Alawar konnte zeigen, dass bestimmte Immunzellen Krebszellen nicht nur durch direkten Kontakt, sondern auch über größere Distanzen bekämpfen können. Dazu senden sie winzige Vesikel, sogenannte Exosomen, aus, die gezielt Tumorzellen angreifen und deren Zelltod auslösen. Die Forschungsergebnisse eröffne vielversprechende Perspektiven für zukünftige Krebstherapien und wurden bereits in einem renommierten internationalen Fachjournal veröffentlicht.
Neben der Preisverleihung stand die Eröffnung der Hochschulwoche im Mittelpunkt des Abends. Philipp Scheidweiler würdigte dabei die enge Partnerschaft zwischen Stadt, Volkshochschule und Medizinischer Fakultät und bezeichnete das Universitätsklinikum des Saarlandes als einen „Glücksfall für Homburg“. Das UKS sei nicht nur ein herausragender Gesundheitsversorger, sondern zugleich größter Arbeitgeber der Stadt, bedeutender Wissenschaftsstandort und Innovationstreiber für die gesamte Region. Auch die zahlreichen Veranstaltungen des UKS, etwa die „Lange Nacht der Wissenschaften“, die Teddy-Klinik oder Patientenseminare, würden die enge Verbindung zwischen Universitätsklinikum und Bevölkerung eindrucksvoll unterstreichen.
Auch die Leiterin der Volkshochschule Homburg, Silvia Debold, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Matthias Hannig, richteten Grußworte an die Gäste. Silvia Debold blickte auf die vielfältigen Veranstaltungen und Entwicklungen der Volkshochschule im vergangenen Jahr zurück und gab zugleich einen Ausblick auf aktuelle Projekte und Angebote. Dekan Prof. Dr. Hannig stellte aktuelle Zahlen und Entwicklungen an der Medizinischen Fakultät vor und informierte über Forschung, Studium und die weitere Entwicklung des Hochschulstandortes. Zugleich dankte er der Stadt Homburg ausdrücklich für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Entscheidung, den Wissenschaftspreis künftig jährlich zu verleihen, sei ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem wissenschaftlichen Nachwuchs und den Forschungsleistungen am UKS.
Den wissenschaftlichen Höhepunkt des Abends bildete der Festvortrag von Prof. Dr. Thorsten Keßler, Direktor der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin. Unter dem Titel „Genetische Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ist unser Schicksal vorherbestimmt?“ gab er spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Herz-Kreislauf-Forschung und zeigte auf, welche Bedeutung genetische Faktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Mitglieder der Uni-Bigband Homburg. Beim anschließenden Umtrunk nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch und stimmten sich auf die weiteren Veranstaltungen der Hochschulwoche ein, die traditionell mit der „Langen Nacht der Wissenschaften“ ihren Abschluss findet.
Hintergrund zur Veranstaltung:
Der Wissenschaftspreis der Stadt Homburg wurde erstmals 1981 verliehen. Er zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes aus und unterstreicht die enge Verbindung zwischen Stadt und Universität. Seit einer Richtlinienänderung im Jahr 2025 wird der Preis nun jährlich vergeben.
Die Homburger Hochschulwoche wird gemeinsam von der Volkshochschule Homburg, der Stadt Homburg und der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes veranstaltet. Sie bietet ein abwechslungsreiches Programm mit wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Themen und zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen im Veranstaltungskalender der Stadt Homburg.
(v. l. n. r.) Dekan Prof. Dr. Matthias Hannig, Hauptamtlicher Beigeordneter Philipp Scheidweiler, Prof. Dr. Markus Hoth, Dr. Nadia Alawar, Prof. Dr. Thorsten Keßler und die Leiterin der Volkshochschule Homburg, Silvia Debold.
Der Hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler überreichte Dr. Nadia Alawar den Wissenschaftspreis der Kreis- und Universitätsstadt Homburg und würdigte ihre herausragende wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Tumorforschung.
Dr. Nadia Alawar bei ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Wissenschaftspreises der Kreis- und Universitätsstadt Homburg.