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Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“: Stadt Homburg schafft Unterkunft für Frauen in akuten Notsituationen

Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das auch vor Homburg nicht Halt macht. Seit 2021 setzt sich daher der Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ intensiv mit der Situation betroffener Frauen in Homburg und den vorhandenen Hilfsangeboten auseinander. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Fachstellen und Organisationen beraten gemeinsam darüber, wie die Stadt ihren Beitrag zum Schutz und zur Unterstützung von Frauen leisten kann. Aus dieser Arbeit entstand auch der Auftrag, eine Notunterkunft in Homburg auf den Weg zu bringen. Diesen Auftrag hat die Stadt nun umgesetzt und damit ein zusätzliches Angebot für Frauen in akuten Notsituationen geschaffen.

 

„Die Notunterkunft bietet Frauen, die sich in einer akuten Gewaltsituation befinden und einen sicheren Ort benötigen, eine zeitlich begrenzte Übergangsmöglichkeit. Sie ist dabei kein Frauenhaus und keine Schutzwohnung im eigentlichen Sinne, sondern ergänzt die vorhandenen Hilfs- und Beratungsangebote. Von hier aus können gemeinsam mit den zuständigen Stellen die weiteren notwendigen Schritte organisiert werden“, erklärt der hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler.

 

Gemeinsam mit der Frauenbeauftragten Anke Michalsky, der Vorsitzenden des Arbeitskreises, Christine Maurer (Bündnis 90/Die Grünen), sowie den Arbeitskreis-Mitgliedern Barbara Spaniol (Die Linke) und Sevim Kaya-Karadağ (SPD) machte sich Scheidweiler nun vor Ort ein Bild davon, wie das im Arbeitskreis entwickelte Vorhaben umgesetzt wurde. Dabei bestand Einigkeit, dass mit der Notunterkunft ein wichtiger Anfang gemacht ist. Sie soll eine Lücke im Hilfesystem schließen und Frauen in einer akuten Situation zunächst die Möglichkeit geben, ihr unmittelbares Umfeld zu verlassen und in Sicherheit die nächsten Schritte zu klären. Gleichzeitig soll die Einrichtung Ausgangspunkt für die weitere Arbeit des Arbeitskreises sein.

„Für viele Frauen ist die Schwelle, ein Frauenhaus aufzusuchen, sehr hoch. Manche verharren deshalb länger in einer gefährlichen Situation und hoffen, dass sich die Lage wieder bessert. Mit der Notunterkunft wollen wir hier eine erste, möglichst unkomplizierte Möglichkeit schaffen, aus einer akuten Situation herauszukommen. Die Botschaft ist: Es gibt auch in Homburg einen sicheren Ort, an den sich betroffene Frauen wenden können“, sagt die Frauenbeauftragte Anke Michalsky.

 

„Die erstmals entstandene Notunterkunft ist eine gelungene Umsetzung, die Zuflucht und einen Ort der Perspektivenfindung im sicheren Umfeld ermöglicht“, so Christine Maurer. Sie ergänzt, dass eine qualifizierte Infrastruktur durch ein gezieltes Beratungsangebot anzustreben sei, um die Frauen in eine sichere Umgebung und Zukunft zu begleiten.

 

Die Stadt steht bei diesem Thema im Austausch mit bestehenden Beratungs- und Hilfsangeboten. Neben der Unterbringung geht es darum, betroffene Frauen möglichst schnell mit den für sie passenden Beratungs-, Unterstützungs- und behördlichen Angeboten in Verbindung zu bringen.

 

Bei der Planung und Umsetzung wurde von Beginn an darauf geachtet, dass auch Frauen mit ihren Kindern – einschließlich Babys – in der Unterkunft aufgenommen werden können. Die Räume sollten deshalb nicht nur zweckmäßig, sondern auch kindgerecht gestaltet sein und eine möglichst ruhige und angenehme Atmosphäre vermitteln.

 

Unterstützt wurde die Stadt dabei von einem Team von IKEA Kaiserslautern um Mareike Zanger und Mirja Bleiker. Das Team brachte seine Erfahrung bei der Gestaltung der Räume ein und entwickelte gemeinsam mit der Stadt eine Einrichtung, die auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Kindern in einer belastenden Situation abgestimmt ist. Darüber hinaus stellte IKEA die Möbel und weitere Ausstattung im Rahmen eines Spendenprojekts zur Verfügung.

 

„Die Unterstützung durch IKEA war für uns eine große Hilfe. Das Unternehmen hat nicht nur die Möbel und Ausstattung gespendet, sondern sich auch intensiv mit der Frage beschäftigt, wie die Räume gestaltet sein müssen, damit Frauen und Kinder hier zur Ruhe kommen können. So ist aus den Räumlichkeiten ein geschützter und zugleich wohnlicher Rückzugsort geworden“, betont Michalsky. Für IKEA ist es bereits das zweite soziale Projekt in Homburg. Bereits 2025 hatte das Unternehmen die Einrichtung einer Wohlfühloase an der Sonnenfeld-Grundschule unterstützt.

Die Umsetzung der Notunterkunft hat zugleich gezeigt, vor welchen Herausforderungen Kommunen bei der Schaffung zusätzlicher Hilfsangebote stehen. Die Stadt Homburg hat die Umsetzung und Finanzierung eigenständig auf den Weg gebracht. Umso wichtiger sind aus Sicht der Stadt verlässliche Rahmenbedingungen und Unterstützung durch die übergeordneten Ebenen.

 

„Die Notunterkunft ist ein wichtiger Anfang und zeigt, dass Kommunen vor Ort etwas bewegen können. Gleichzeitig können wir solche Aufgaben auf Dauer nicht alleine stemmen. Wenn wir Frauen nachhaltig vor Gewalt schützen wollen, brauchen wir ein verlässliches Hilfesystem und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dazu gehört Unterstützung für die Kommunen – finanziell, aber auch durch fachliche Beratung, Betreuung und gut erreichbare weiterführende Hilfsangebote“, so der Beigeordnete Philipp Scheidweiler.

 

Hinweis für betroffene Frauen:

Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben, können sich an den Frauennotruf Saarland unter 0681- 36767, das bundesweite Hilfetelefon unter 116 016 oder an die Frauenbeauftragte der Stadt Homburg (frauenbeauftragte@homburg.de) wenden.

Barbara Spaniol vom Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“, die Frauenbeauftragte Anke Michalsky, Sevim Kaya-Karadağ vom Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“, Christine Maurer, Vorsitzende des Arbeitskreises „Gewalt gegen Frauen“, den Beigeordneter Philipp Scheidweiler sowie Mirja Bleiker und Mareike Zanger vom IKEA-Team (v. l. n. r.) in der neuen Notunterkunft.

  Veröffentlicht am: 22.09.2026 | Drucken