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Gedenken an den 9. November - Hermann Preßler hielt eine eindringliche Ansprache

Gedenken 3In der Ruine der Synagoge sprach Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und es sang der Chor des Saarpfalz-Gymnasiums zum Gedenken an die Opfer.

Am vergangenen Donnerstag wurde auch in Homburg an das schlimme Geschehen der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gedacht. Gemeinsam mit den christlichen Kirchen in Homburg hatte die Jugendorientierte Stadt Homburg in die evangelische Stadtkirche zum Gedenken eingeladen. An der würdigen Veranstaltung beteiligten sich auch Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG des Saarpfalz-Gymnasiums unter Leitung von Eberhard Jung, die Konfirmandengruppe der protestantischen Kirchengemeinde Bruchhof-Sanddorf sowie der Chor des Saarpfalz-Gymnasiums.

Die Begrüßung übernahm Pfarrerin Petra Scheidhauer in der gut besetzten Kirche. Dabei erinnerte sie auch an das jüdische Leben in Homburg und rief dazu auf, „zu erinnern, um wach zu bleiben für die Gegenwart.“

Hauptredner war Hermann Preßler, ehemaliger Rundfunk- und Medienpfarrer. Angelehnt an sein Buch „Herr Christus und die braunen Herren“ sprach er eindringlich und klar auch darüber, wie protestantische Pfarrer der pfälzischen Landeskirche schon vor 1938 in ihren Predigten im Sinne des Nationalsozialismus agierten. Dabei stellte er auch Bezüge zum aktuellen politischen Geschehen her. Preßler sprach gerade die jungen Menschen an und hob besonders das Mitgefühl, Desinteresse und Gleichgültigkeit hervor. Er warnte aber vor einer Überanpassung aus falsch verstandener Toleranz und meinte, dass die Menschen, die über uns bestimmen wollten, sich Naivität und Einfalt zunutze machen würden. Vielmehr gelte es, sich zu hinterfragen sowie aufmerksam und mündig zu bleiben. Schließlich komme es auf jeden einzelnen an, betonte der Referent.

Im Anschluss an die Wortbeiträge in der Kirche gingen alle Beteiligten schweigend zur ehemaligen Synagoge, wo Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind an die Geschehnisse vor 79 Jahren erinnerte, Bezüge zur Gegenwart herstellte und sich bei allen Beteiligten, vor allem den jungen Menschen, bedankte. Auch in der Synagogenruine in der Klosterstraße sang der Chor des Saarpfalz-Gymnasiums.

Gedenken 1Die würdige Gedenkveranstaltung zum 9. November begann in der gut besuchten evangelischen Stadtkirche.

Veröffentlicht am: 15.11.2017 | Drucken